Männergesundheit

Wechseljahre beim Mann: Symptome, Testosteronmangel und was wirklich dahinterstecken kann

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Erschöpfung, Gereiztheit, Libidoverlust oder Bauchfett: Was hinter hormonellen Veränderungen bei Männern stecken kann und wann eine medizinische Abklärung sinnvoll ist.

Erschöpfung, Gereiztheit, weniger Energie, Gewichtszunahme, Libidoverlust oder Erektionsprobleme: Wenn sich Männer ab der Lebensmitte verändern, wird häufig zuerst an Stress, Alter oder berufliche Belastung gedacht.

Im Alltag wird dafür häufig der Begriff „Wechseljahre beim Mann“ verwendet. Medizinisch ist die Situation allerdings nicht direkt mit den Wechseljahren der Frau vergleichbar. Eine wichtige Rolle kann unter anderem ein sinkender Testosteronspiegel spielen.

Im Podcast Hormonzeit sprechen Dr. Robinson Ferrara und Margit darüber, welche Beschwerden bei Männern auftreten können, warum viele Betroffene nicht darüber sprechen und wann eine medizinische Abklärung sinnvoll sein kann.

Gibt es Wechseljahre beim Mann wirklich?

Anders als bei Frauen gibt es beim Mann keinen klar definierten Zeitpunkt wie die letzte Menstruation.

Stattdessen kann die Produktion bestimmter Hormone langsam über viele Jahre abnehmen.

Dr. Robinson beschreibt im Podcast insbesondere das Testosteron, dessen Werte sich mit zunehmendem Alter verändern können. Gleichzeitig können Stress, Schlafmangel, Übergewicht und Bewegungsmangel den Körper zusätzlich belasten.

Umgangssprachlich wird diese Lebensphase häufig als männliche Wechseljahre oder Andropause bezeichnet.

Entscheidend ist jedoch nicht der Begriff, sondern die Frage:

Welche Beschwerden bestehen und welche Ursache steckt dahinter?

Typische Symptome der Wechseljahre beim Mann

Ein möglicher Testosteronmangel kann sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen.

Zu möglichen Beschwerden gehören:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • weniger Energie
  • Gereiztheit
  • Stimmungsschwankungen
  • Motivationsverlust
  • Konzentrationsprobleme
  • Schlafstörungen
  • Libidoverlust
  • Erektionsprobleme
  • Zunahme von Bauchfett
  • weniger Muskelmasse
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Rückzug aus Partnerschaft und sozialem Umfeld

Dr. Robinson beschreibt im Podcast, dass bei vielen Männern zunächst nicht Sexualität oder Hormone im Mittelpunkt stehen, sondern ein allgemeines Gefühl von Energielosigkeit und Veränderung.

Testosteronmangel: Welche Rolle spielt Testosteron beim Mann?

Testosteron gehört zu den wichtigsten männlichen Sexualhormonen.

Es beeinflusst unter anderem:

  • Libido
  • Muskelmasse
  • Knochen
  • Energie
  • Stimmung
  • körperliche Leistungsfähigkeit
  • Sexualfunktion

Ein niedriger Testosteronwert bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Behandlung notwendig ist.

Entscheidend sind immer Beschwerden, Laborwerte, Alter, Gesundheitszustand und mögliche andere Ursachen.

Deshalb sollte niemals nur nach einem einzelnen Laborwert behandelt werden.

Ab wann sinkt Testosteron beim Mann?

Der Testosteronhaushalt verändert sich im Laufe des Lebens schrittweise.

Im Podcast erklärt Dr. Robinson, dass dieser Prozess bei Männern über Jahre verläuft und nicht plötzlich beginnt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Mann ab einem bestimmten Alter automatisch einen behandlungsbedürftigen Testosteronmangel entwickelt.

Einige Männer haben bis ins höhere Alter gute Werte und keinerlei Beschwerden, andere bemerken bereits früher Veränderungen. Deshalb ist eine individuelle Beurteilung entscheidend.

Warum sind Männer in dieser Lebensphase häufig erschöpft?

Bei Männern zwischen 40 und 60 treffen häufig mehrere Faktoren gleichzeitig aufeinander.

Berufliche Verantwortung nimmt zu, die Familie soll abgesichert werden, die Alltagsbelastung ist hoch, Sport und Bewegung werden weniger und der Schlaf wird schlechter. Gleichzeitig verändert sich möglicherweise der Hormonhaushalt.

Im Podcast sprechen Dr. Robinson und Margit darüber, dass viele Männer weiterhin das Gefühl haben, „funktionieren“ und Leistung bringen zu müssen.

Dadurch werden Beschwerden häufig lange ignoriert.

Testosteronmangel oder Burnout?

Müdigkeit, Motivationsverlust, Gereiztheit und Leistungsabfall können bei einem Testosteronmangel auftreten.

Sie können allerdings genauso durch andere Ursachen entstehen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • chronischer Stress
  • Burnout
  • Depressionen
  • Schlafmangel
  • Schlafapnoe
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Übergewicht
  • Medikamente
  • Alkohol
  • andere Erkrankungen

Genau deshalb ist es wichtig, nicht vorschnell alles auf Testosteron zu schieben.

Dr. Robinson beschreibt im Podcast, dass chronischer Stress, Schlafstörungen und Überforderung gemeinsam zu einer erheblichen Belastung führen können.

Warum sprechen Männer so selten über hormonelle Probleme?

Ein großes Problem ist nach wie vor die Scham.

Viele Männer wurden mit Vorstellungen geprägt wie:

„Sei stark.“

„Stell dich nicht so an.“

„Du musst funktionieren.“

„Über Probleme spricht man nicht.“

Dadurch fällt es vielen schwer, über Erschöpfung, Sexualität oder psychische Belastungen zu sprechen.

Im Podcast bezeichnet Dr. Robinson genau diese gesellschaftliche Konditionierung als einen wichtigen Faktor dafür, dass Probleme häufig sehr spät angesprochen werden.

Gerade bei Themen wie Erektionsproblemen oder Libidoverlust ist die Hemmschwelle besonders hoch.

Libidoverlust beim Mann

Sexuelles Verlangen kann sich mit zunehmendem Alter verändern.

Ein Libidoverlust kann unter anderem mit Testosteron zusammenhängen.

Aber auch andere Faktoren können eine Rolle spielen:

  • Stress
  • Beziehungsprobleme
  • psychische Belastung
  • Schlafmangel
  • Medikamente
  • Alkohol
  • körperliche Erkrankungen
  • Übergewicht

Im Podcast berichtet Dr. Robinson, dass Partnerinnen häufig diejenigen sind, die Veränderungen zuerst bemerken und ihre Männer schließlich auf das Thema ansprechen.

Erektionsprobleme: Nicht automatisch Testosteronmangel

Erektionsprobleme sind ein besonders sensibles Thema.

Viele Männer sprechen weder mit ihrer Partnerin noch mit Freunden oder ihrem Arzt darüber.

Dabei können Erektionsstörungen sehr unterschiedliche Ursachen haben.

Dazu gehören:

  • Gefäßerkrankungen
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Medikamente
  • psychische Belastungen
  • Stress
  • neurologische Erkrankungen
  • hormonelle Veränderungen

Ein Testosteronmangel kann beteiligt sein, ist jedoch nur eine mögliche Ursache.

Deshalb sollte eine neu auftretende Erektionsstörung ärztlich abgeklärt werden.

Warum die Partnerschaft darunter leiden kann

Wenn sich ein Mann zunehmend zurückzieht, gereizter reagiert oder Sex vermeidet, versteht die Partnerin häufig nicht, was dahintersteckt.

Der Mann wiederum möchte möglicherweise nicht zugeben, dass er Beschwerden hat.

Dadurch können schnell Missverständnisse entstehen.

Im Podcast sprechen Dr. Robinson und Margit darüber, dass Männer sexuelle Situationen teilweise vermeiden und Stress oder Müdigkeit als Erklärung angeben, obwohl möglicherweise körperliche oder psychische Probleme dahinterstehen.

Das offene Gespräch in einer Partnerschaft kann deshalb ein wichtiger erster Schritt sein.

Bauchfett und Testosteron

Viele Männer bemerken ab der Lebensmitte eine Veränderung ihrer Körperzusammensetzung.

Der Bauchumfang nimmt zu, während gleichzeitig die Muskelmasse möglicherweise abnimmt.

Doch auch hier gibt es selten nur einen einzigen Auslöser.

Mögliche Einflussfaktoren sind:

  • weniger Bewegung
  • kalorienreiche Ernährung
  • schlechter Schlaf
  • chronischer Stress
  • Alkoholkonsum
  • altersbedingte Veränderungen
  • hormonelle Veränderungen

Im Podcast wird besonders das Zusammenspiel aus wenig Bewegung, Stress, Ernährung und Schlaf angesprochen.

Wie stellt man einen Testosteronmangel fest?

Ein Testosteronmangel sollte nicht allein anhand von Symptomen vermutet werden.

Für eine medizinische Diagnose sind Laboruntersuchungen notwendig.

Dabei wird unter anderem der Testosteronspiegel bestimmt.

Je nach Situation können weitere Untersuchungen erforderlich sein.

Wichtig ist außerdem, mögliche Ursachen zu klären und andere Erkrankungen auszuschließen.

Dr. Robinson betont im Podcast, dass eine fundierte Abklärung und Laboruntersuchung notwendig sind, bevor über eine mögliche Behandlung gesprochen wird.

Welcher Arzt ist bei Testosteronmangel zuständig?

Eine erste Anlaufstelle kann der Hausarzt sein.

Je nach Beschwerden kommen anschließend Fachärzte infrage, beispielsweise:

  • Urologen
  • Andrologen
  • Endokrinologen

Gerade ein Androloge beschäftigt sich speziell mit der männlichen Gesundheit und unter anderem mit hormonellen und sexuellen Problemen.

Bei psychischer Überlastung, Burnout oder Beziehungsproblemen kann zusätzlich psychotherapeutische oder beratende Unterstützung sinnvoll sein.

Was wird vor einer Testosterontherapie untersucht?

Eine Testosterontherapie sollte nur nach einer sorgfältigen medizinischen Untersuchung erfolgen.

Dabei spielen unter anderem Vorerkrankungen und die Gesundheit der Prostata eine Rolle.

Im Podcast spricht Dr. Robinson beispielsweise über die Untersuchung des PSA-Werts und die Bedeutung einer urologischen Abklärung.

Ob eine Testosterontherapie medizinisch geeignet ist, muss immer individuell entschieden werden.

Wie kann Testosteron gegeben werden?

Wenn eine medizinische Indikation besteht, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Testosteronersatztherapie.

Im Podcast nennt Dr. Robinson insbesondere:

  • die Anwendung über die Haut
  • eine intramuskuläre Injektion

Während einer solchen Behandlung sind regelmäßige Kontrollen notwendig.

Eine Testosterontherapie ist jedoch keine allgemeine Anti-Aging-Behandlung und sollte nicht ohne medizinische Indikation durchgeführt werden.

Was Männer selbst tun können

Nicht jedes Problem benötigt Medikamente.

Lebensstil und Alltag können erheblichen Einfluss auf körperliches und psychisches Wohlbefinden haben.

Im Podcast werden unter anderem folgende Bereiche angesprochen:

  • Schlaf verbessern
  • Stress reduzieren
  • Ernährung optimieren
  • regelmäßige Bewegung
  • Alkoholkonsum kritisch betrachten
  • berufliche Belastung reduzieren
  • offen mit der Partnerin sprechen
  • ärztliche Unterstützung suchen

Besonders wichtig ist es, nicht erst dann Hilfe zu suchen, wenn die Belastung kaum noch auszuhalten ist.

Alkohol ist keine Lösung für Stress

Ein weiterer Punkt aus dem Podcast ist der Umgang mit Alkohol.

Manche Menschen nutzen Alkohol am Abend, um nach einem stressigen Tag abzuschalten.

Problematisch wird es, wenn daraus eine regelmäßige Strategie zur Stressbewältigung entsteht.

Dr. Robinson und Margit sprechen darüber, dass sich der Konsum schleichend steigern kann.

Wer merkt, dass Alkohol regelmäßig benötigt wird, um herunterzukommen, sollte dies ernst nehmen und professionelle Unterstützung suchen.

Häufige Fragen zu Wechseljahren und Testosteron beim Mann

Haben Männer wirklich Wechseljahre?

Männer erleben keinen abrupten hormonellen Wechsel wie Frauen; die Testosteronproduktion kann sich jedoch mit zunehmendem Alter verändern. Umgangssprachlich heißt das männliche Wechseljahre oder Andropause.

Was sind typische Symptome der Wechseljahre beim Mann?

Genannt werden unter anderem Müdigkeit, weniger Energie, Gereiztheit, Libidoverlust, Erektionsprobleme, Schlafstörungen oder weniger Muskelmasse – ausführlich im Abschnitt „Typische Symptome der Wechseljahre beim Mann“. Diese Symptome können zahlreiche andere Ursachen haben.

Was sind typische Symptome eines Testosteronmangels?

Ein Testosteronmangel kann sich unter anderem durch Libidoverlust, Erschöpfung, Leistungsabfall, weniger Muskelmasse oder Veränderungen der Stimmung bemerkbar machen.

Für eine Diagnose sind jedoch entsprechende Laboruntersuchungen notwendig.

Ab welchem Alter kann Testosteron beim Mann sinken?

Testosteronwerte können sich bereits ab dem mittleren Erwachsenenalter langsam verändern. Das Ausmaß ist individuell; nicht jeder Mann entwickelt Beschwerden oder einen behandlungsbedürftigen Testosteronmangel.

Macht Testosteronmangel müde?

Müdigkeit und Erschöpfung können zu den möglichen Beschwerden gehören.

Allerdings gibt es zahlreiche weitere Ursachen für Müdigkeit, weshalb eine medizinische Abklärung sinnvoll ist.

Kann Testosteronmangel Erektionsprobleme verursachen?

Ein Testosteronmangel kann eine Rolle spielen.

Erektionsprobleme können jedoch auch durch Gefäßprobleme, Diabetes, Medikamente, Stress oder andere Erkrankungen verursacht werden.

Kann Testosteronmangel zu Bauchfett führen?

Hormonelle Veränderungen können die Körperzusammensetzung beeinflussen. Bauchfett entsteht jedoch meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie Ernährung, Aktivität, Schlaf und Alter.

Welcher Arzt misst Testosteron?

Ein Testosteronwert kann beispielsweise durch Hausärzte, Urologen, Andrologen oder Endokrinologen bestimmt werden.

Welcher Facharzt sinnvoll ist, hängt von den Beschwerden und der individuellen Situation ab.

Kann man Testosteron einfach nehmen?

Nein.

Eine Testosterontherapie sollte nur bei entsprechender medizinischer Indikation und unter ärztlicher Betreuung erfolgen.

Vor und während der Therapie sind Untersuchungen und regelmäßige Kontrollen notwendig.

Kann sich die Libido durch eine Testosterontherapie verbessern?

Bei Männern mit nachgewiesenem Testosteronmangel kann eine medizinisch geeignete Behandlung Beschwerden beeinflussen.

Ob dies im individuellen Fall sinnvoll und wirksam ist, muss ärztlich beurteilt werden.

Männer müssen nicht einfach funktionieren

Veränderungen wie Erschöpfung, Libidoverlust, Schlafprobleme oder Leistungsabfall sind kein Grund, sich zu schämen.

Und sie sollten auch nicht automatisch mit „Ich werde eben älter“ abgetan werden.

Der wichtigste erste Schritt ist häufig, die Veränderung überhaupt wahrzunehmen.

Danach geht es darum:

Hinschauen.

Darüber sprechen.

Mögliche körperliche und psychische Ursachen abklären.

Und gemeinsam mit geeigneten Fachpersonen nach einer Lösung zu suchen.

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Untersuchung, Diagnose oder Behandlung.

Dr. med. Robinson Ferrara

Facharzt für Gynäkologie und Host des Podcasts „Hormonzeit“ – mit dem Anspruch, komplexe Medizin verständlich einzuordnen.

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